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Aktuell gesucht

Wer erkennt den alten Silberpokal wieder

Erster Besitzer wird noch gesucht - Münzen, Medaillen und Pokale bei Berend Irps
ROFFHAUSEN/MX. Letzte Zeugen von Begebenheiten und Ereignissen vergangener Tage sind vielfach Pokale, Plaketten und Ehrenschilder sowie Medaillen für besondere Verdienste oder Leistungen. Weiteren Aufschluß geben Münzen aus alten Zeiten, die schon lange nicht mehr im Umlauf sind und deren früherer „Geldwert“ heute nur noch Fachleuten und Sammlern bekannt ist. Wer kann schon sagen, was man im Jahre 1561 für den in diesem Jahr von Fräulein Maria von Jever herausgegebenen Danielstaler kaufen konnte?. Von dieser sehr interessanten Prägung sind nur noch wenige Stücke erhalten.
Dieser Thaler ist jedoch bei weitem nicht die älteste Münze aus Jever. Schon 200 Jahre vorher gab der erste Häuptling in Jever, „Fredo Capiteneus in Wange“, etwa zwischen 1355 und 1374, den Witten und die Tornose (Wert 2 Witten) heraus. Es folgten Witten von Ocko I tom Brok (1376 bis 1391) und der „Swarer Penning“ (Schwerer Pfennig) von Edo Wiemken dem Älteren (1380 bis 1414). der noch weitere Münzen prägen ließ. Auch spätere Häutlinge in Jever waren auf diesem Gebiet aktiv, wie Tonno Duren (1441 bis 1468), dem der „Krummstert“ zugeschrieben wird. Aus der Zeit von Edo Wiemken dem Jüngeren stammen „Grote“ (1489), der halbe Stüber und das Örtgen. Dieses kann nur ein kleiner Einblick in ein umfangreiches Gebiet sein.

Diesem interessanten Thema hat Berend Irps aus Roffhausen bereits seit seiner frühen Jugend gewidmet. Er kann mit recht heute als ein „Fachmann“ auf diesem Gebiet in der Region genannt werden. Einen kleinen Einblick in die von ihm gesammelten Daten und Fakten gibt sein interessanter Beitrag „Zahlungsmittel im Mittelalter“ zur Festschrift des diesjährigen Fährfestes in Middelsfähr und Roffhausen. Interessenten können das Helft übrigens gegen einen geringen Obolus bei den Mitgliedern des Vereinskreises in Roffhausen und Middelsfähr noch erhalten.

Ein besonderer Schwerpunkt in der Sammlung von Berend Irps sind Verdienstmedaillen und Ehrenschilder, die an erfolgreiche Landwirte für gute Ergebnisse in der Zucht und auf verwandten Gebieten vergeben wurden. Durch seinen Beruf als Landwirt ist dieses Thema für ihn ein besonderes Anliegen. Sein Hof in Roffhausen wird bereits seit vielen Generationen von der Familie Irps bewirtschaftet, so daß er unter den was ihm seine Vorfahren hinterlassen haben die ersten Sammlerstücke gefunden hat. Geholfen hat ihm auch immer seine Bekanntheit besonders im ländlichen Raum und oft auch schlicht und einfach das „Sammlerglück“.

Ein besonders interessantes Stück in der Sammlung von Berend Irps ist ein Silberpokal zur „Tierschau 1912“, vom Landwirtschaftlichen Verein Rüstringen-Knyphausen aus unserer Region ausgesetzt. Vergeben wurde dieser Pokal bei der Oldenburgischen Landwirtschafts- und Gewerbeausstellung, die es bereits seit dem Jahre 1842 gibt. Es konnte bisher nicht ermittelt werden, wer diesen Pokal in Oldenburg errungen hat und für welche Leistung er vergeben wurde. Da der Pokal im hiesigen Raum gefunden wurde, kann vermutet werden, daß er der damit Geehrte aus diesem Bereich stammt. Für Informationen in dieser Richtung sowie über ähnliche Dinge sind die Sammler daher immer dankbar. Nachricht auch an „archiv(at)schortens.de“

Bild:
Dieser sehr schon erhaltene Silberpokal aus dem Jahre 1912 kommt aus Rüstringen- Knyphausen und wurde in Oldenburg auf der Landwirtschaftsausstellung vergeben. Der erste Besitzer muß noch ermittelt werden.                             Bild:  Martin Noormann

Medaille der Schützen in Jever ist sehr alt
Erste Ausgabe ist vor dem Jahre 1862 erfolgt – weitere Informationen fehlen noch
Von Martin Noormann

JEVER/MX. Orden und Ehrenzeichen, Medaillen und andere Auszeichnungen hat der Schützenverein Jever in seiner weit über 200jährigen Geschichte vermutlich in einer recht großen Zahl ausgegeben. Ein sehr schönes Stück aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist davon noch erhalten, eine Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft in der Organisation der Schützen in Jever. Leider ist dieses schöne Stück nicht mit einem Datum oder einem Ausgabejahr versehen.
Die „Schützencompanie“ in Jever wurde auf allgemeinen Wunsch des seinerzeit regierenden Fürsten Friedrich August von Anhalt- Zerbst im Jahre 1786 gegründet. Im Gründungsjahr wurde bereits am 20. Juli das erste Scheibenschießen und am 16. August das erste Vogelschießen durchgeführt. Seine Mitglieder könnten damit ab dem Jahre 1811 eine 25jährige Mitgliedschaft „absolviert“ haben. Unter dem Namen „Schützen-Verein“ treten die Schützen in Jever seit dem Jahre 1834 auf. Auf dieses Datum gerechnet, wären 25jährige Mitgliedschaften ab dem Jahre 1859 zu ehren gewesen. Dieses ist mit Sicherheit auch der späteste Zeitpunkt für die Vergabe der Medaille gewesen.
Aus einer späteren Zeitepoche kann die Auszeichnung nicht stammen, da sie vom „Großherzoglichen Oldenburgischen Bibliothekar Dr. J. F. L. Theodr Merzdorf bereits in seinem im Jahre 1862 erschienen Werk „Die Münzen und Medaillen Jeverland`s“ beschrieben ist. Nach dem genannten Buch zeigt die Medaille unter gekrönten mit Helmdecken belegten und drei Straussfedern verzierten Helm im deutschen Schilde den gekrönten jeverschen Löwen. Auf der Rückseite ist zwischen zwei zum Kranz verschlungenen Eichenzweigen die Zahl 25 eingraviert. Der Rand der Medaille ist glatt, sie ist mit einem Oehr zum Tragen versehen und sollte an einem blau und weiß gestreiften Bande getragen werden. Dazu vermerkt Bibliothekar Dr. Merzdorf noch: „Die Medaille ist in der Löwensteinschen Prägeanstalt in Altona hergestellt.“
Eine solche Medaille hat der bekannte Münzen- und Medaillenkenner Berend Irps in seiner Sammlung, allerdings ohne Trageband,  und hätte gerne mehr über diese Auszeichnung erfahren. Wer mehr zu diesem Thema sagen kann oder Unterlagen verwahrt, sollte sich an Bernd Irps in Schortens, Roffhausener Landstraße 17, auch unter Telefon 04421-701869 oder im Internet an das Stadtarchiv in Schortens unter archiv(at)schortens.de oder Fax 04491-982101 wenden.

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Bilder:
Die Medaille der Jeverschen Schützen (Vor- und Rückseite) wurde spätestens in den Jahren 1859/1860 ausgegeben.

Armenrechnung von Badbergen aus 1832 gefunden
Interessantes Zeitdokument aus frühen Zeiten der Sozialhilfe auf dem Flohmarkt
Von Martin Noormann

BADBERGEN/MX. Einen heimatgeschichtlich interessanten Fund mit Ursprung in Badbergen machten jetzt Heimatfreunde in Schortens (Kreis Friesland). Gefunden wurde die „Badberger Armen-Rechnung – evangelischer Seits – vom Jahre 1832“ auf einem Flohmarkt im Raum Bremen. Dieses inzwischen 175 Jahre alte Dokument ist von dem Provisor Col. Bracke in Grönloh aufgestellt und spiegelt wieder, wie sozial schwächere Kreise in früheren Jahrhunderten von der Allgemeinheit unterstützt wurden. Zu dieser Zeit war die „Armenpflege“ noch stark konfessionell geprägt. Es fehlen leider die 12 angeführten Belege, die weitere Details an vergangenen Zeiten verraten hätten.
Nach der vorliegenden Rechnung haben 77 namentlich genannte Bürger aus der Gemeinde Badbergen insgesamt über 422 Reichstaler in Gold oder Münzen an die Armenkasse gezahlt. Dazu kamen noch Zinsen aus gemeinsamen Armenkapital der evangelischen und der katholischen Gemeinde, die zwischen beiden Gemeinden geteilt wurden. Hinzu kamen noch die Sammlungen aus dem Klingelbeutel und dem Armenblocke und der Ertrag aus der „Osterwiese“, so dass in diesem Jahr insgesamt etwas über 579 Taler für die Versorgung der Armen zur Verfügung standen. Recht interessant für die heutige Zeit ist der Vermerk „Rückstände sind nicht vorhanden“ unter der Hebeliste, einen Hinweis, den man heutigen in den Gemeindekassen und Stadtkassen kaum noch finden wird.
Die angefallenen Ausgaben hat Provisor Bracke ebenfalls säuberlich aufgeführt. Es sind Leistungen an einen örtlichen Kaufmann für Kleidungsstücke, Gelder für Kost und Quartier, Bargeldunterstützungen, Arztlohn und Arzneien, weiter Zahlungen an den örtlichen Apotheker für „Medicin“, an den Arzt Dr. Callmeyer „für Behandlung der armen Kranken“ und an den „Amts-Chierugus“ für seine Leistungen. Bezahlt wurden auch Bücher, Feuerungsgeld und an mehrere Schullehrer. Insgesamt wurden im Jahr 1832 von der Armenkasse etwas über 494 Taler aufgewendet, so dass noch gut 85 Taler in der Kasse blieben, die in neue Rechnung vorgetragen werden konnten.
Beschwerlich zu lesen sind die alten Aufzeichnungen für die heutige Generation, da einige Passagen der insgesamt handschriftlich verfassten Aufzeichnungen noch in schöner deutscher Schrift geschrieben sind. Etwas verwirrend ist das eigentliche Zahlenwerk in der seinerzeit geltenden Währung mit Talern in Gold und in Münzen (Courant) und ihren nicht nach dem Dezimalsystem rechnenden Bruchteile.  Ein interessantes Zeitdokument bleibt diese 24 Seiten im sogenannten Folienformat umfassende Rechnung auf jeden Fall. Das Dokument wird zur Zeit im Stadtarchiv von Schortens aufbewahrt. Dort sind weitere Informationen ebenfalls willkommen unter archiv(at)schortens.de

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Bild:
Die 175 Jahre alte Armen-Rechnung von Badbergen aus 1832 wurde gefunden.

Foto: Noormann