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Roffhausen

Ein Bauerndorf wurde zum Industriestandort

Der Wohnplatz Roffhausen wird im Jahre 1426 erstmals in einer Urkunde genannt

ROFFHAUSEN: Der Ort Roffhausen rückte erst nach dem zweiten Weltkrieg durch die Ansiedlung der Olympia-Büromaschinenwerke in den Blickpunkt des Interesses. Obwohl der Ort heute überwiegend aus einer nach dem Kriege entstandenen Wohnbebauung besteht ist er bereits seit Jahrhunderten ein bekannter Wohnplatz. Sein Ursprung oder seine Gründung ist heute urkundlich nicht nachzuweisen, doch gehört die Bauernschaft Roffhausen, früher auch Rofhusen genannt, schon immer zur Gemeinde Schortens. soweit sich dieses zurückverfolgen läßt.
Erstmals urkundlich erwähnt ist Roffhauen in einem Kaufvertrag vom 17. März 1426, in dem es um 20 Gase Landes beim Dorfe Roffhausen im Kirchspiel Schortens geht. Grase ist ein altes zu jeder Zeit gebräuchliches Flächenmaß. Wiederum erwähnt wird der Ort in einem Testament aus dem Jahre 1470,  in dem Häuptling Hedde von Roffhausen der Kirche zu Schortens ein Vermächtnis macht. Die aus dem Jahre 1680 nachzuweisende Nebenschule in Middelsfähr wurde vermutlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts nach Roffhausen verlegt. Bekannt ist das Bestehen einer einklassigen Schule bis zum Jahre 1911 an der Roffhausener Landstraße in der Nähe der heutigen Überführung. Das Haus diente danach dem Schmiedemeister Stoffers für seinen Betrieb. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte der Neubau einer zweiklassigen Volksschule  an der gegenüberliegenden Straßenseite im Bereich des heutigen TCN-Geländes. Das Gebäude stand nach dem zweiten Weltkrieg in keinem Verhältnis mehr zum Bedarf. Die Einweihung des heutigen Schulgebäudes im Bereich Tilsiter/Glatzer Straße in ihrem ersten Bauabschnitt datiert auf das Jahr 1953.
Um das Jahr 805 soll in Roffhausen eine Ziegelei entstanden sein, in der Steine aus Lehn und Klei gebrannt wurden. Zu dieser Zeit gab es bereits eine Gaststätte und mehrere Handwerker. Im Jahre 1855 wurden in Roffhausen 160 Einwohner gezählt. Damit war Roffhausen die größte Bauernschaft neben dem Kirchdorf Schortens. Wichtig war in dieser Zeit bereits der allgemeine Weg (öffentliche Verbindung) von Roffhausen über Ostiem nach Schortens.
Die Entwicklung zur heutigen Struktur begann mit dem Bau der Reichsstraße von Oldenburg nach Wilhelmshaven mit der Abzweigung von Roffhausen in Richtung Jever vor dem zweiten Weltkrieg. Erste Einrichtungen für die Marine wurden im Jahre 1937 in Roffhausen aufgebaut und später erweitert. Sie dienten nach dem Kriege als Lager für die vielen Heimatvertriebenen, die danach den Aufbau von Roffhausen zum heutigen schmucken Ort zum größten Teil getragen haben. Das wohl wichtigste Geschichtsdatum für Roffhausen wurde wohl im Jahre 1946 festgelegt als die damaligen Bielefelder Schreibmaschinenwerke auf der Suche nach neuen Produktionsstätten sich für Roffhausen entschieden und am 1. Oktober 1946 von der damaligen Militärregierung die Produktionsgenehmigung erhielten.
Danach setzte je rasante Entwicklung ein, die die einstmalige Bauernschaft Roffhausen zu einem modernen Wohn- und Industriestandort werden ließen. Wohnbauprogramme liefen an und das Barackenlager konnte nach und nach abgebrochen werden. Die schnell wachsenden Olympia-Werke zogen immer mehr Arbeitnehmer in den Ort und der näheren Umgebung. Die erforderliche Infrastruktur wurde geschaffen. Die spätere Schließung der Olympia-Werke war eine schwere Zeit für den Ort, doch mit dem TCN ist Roffhausen ein intakter Industriestandort geblieben, für den auch mehrere Wünsche auf Eingemeindung aus der Stadt Wilhelmshaven mit Erfolg abgewehrt wurden.

Der Industriestandort Roffhausen ist noch recht jung
Nach dem zweiten Weltkrieg waren „Hinterlassenschaften“ der Wehrmacht der Grund


SCHORTENS/MX. Der Gewerbe- und Industriestandortes Schortens-Roffhausen hat seine eigene und wohl untypische Geschichte. Rohstoffvorkommen, gute Anbindungen an das Verkehrsnetz oder die Nähe zu Verbrauchern waren hier nicht ausschlaggebend. Vielmehr waren es Hinterlassenschaften des zweiten Weltkrieges, die letztlich nach dem Kriege zur Ansiedlung der bekannten Büromaschinen Werke „Olympia“ führte.
Rückblickend muß zunächst gesagt werden, daß die Gemeinde Schortens bis etwa zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts unter „Roffhausen“ den Bereich auf beiden Seiten der Langewerther Landstraße vom alten Umspannwerk an der Straße Ostiem-Sande bis zur Gemeindegrenze mit der Stadt Wilhelmshaven bei Langewerth verstand. Mittelpunkt des Ortes waren die Gaststätte „Hermannslust“, heute „Alte Waage“ und ie Schule, die sich östlich der heutigen Überführung der Langewerther Landstraße über die Zufahrt zur Autobahn befand. Von dieser Straße zweigte eine Verbindungsstraße ab, die heute den Namen „Olympia Straße“ trägt und nach Middelsfähr führt.
An eben dieser Straße baute im Jahre 1937 die Standortverwaltung der Marine vor dem Krieg ein Gerätelager, bestehend aus neun Lagerhallen, einem Wohngebäude, dazu einen Schuppen und alles im Bauernhausstil, damit die Anlage von feindlichen Fliegern Luftstreitkräften nicht sofort als militärische Anlage erkannt werden konnte. Der Grund- und Boden von fast fünf Hektar war vorher landwirtschaftlich genutzt und wurde später den beiden Eigentümern zu Gunsten des Reichsfiskus enteignet. In den Hallen waren insbesondere Geräte für Verwaltungseinrichtungen untergebracht. Im Verlauf des 2. Weltkrieges wurde ein Lager des Marine-Verpflegungsamtes, welches seien Sitz in Schortens-Heidmühle hatte, nach dort verlegt.  Mit Ende des Krieges war auch diese Nutzung nicht mehr gegeben und die Gebäude standen leer.
Die 1903 in Berlin gegründeten Olympia Werke, die später ihre Produktionsstätte nach Erfurt verlegten, mußten Erfurt räumen und nach einer Möglichkeit suchen, im Westen wieder einen Betrieb aufzubauen. Den leitenden Personen gelang es, die wichtigsten Konstruktionspläne zu retten. Sie wichen erst nach Bielefeld aus und gründeten dort die Bielefelder Schreibmaschinen Werke GmbH. Die Erwartungen, von denen sie zunächst ausgegangen waren, wurden aber nicht erfüllt.
Gegen Ende des Jahres 1945 erfuhr die Leitung des Werkes in Bielefeld durch einen glücklichen Zufall, daß in Wilhelmshaven geeignete Räume für eine Produktionsstätte zur Verfügung stehen könnten.  Im Mai 1946 reiste der Vorstand an die Jade, um die vermeintlichen Möglichkeiten vor Ort in Augenschein zu nehmen. Aber auch hier waren die Räume des ehemaligen Marinegerätelagers keinesfalls nach ihren Vorstellungen, der Dachstuhl der Hallen war nicht ausgebaut und die Belichtung war schlecht.
Aber eine andere wichtige Voraussetzung war erfüllt. Durch die Auflösung der Werft standen für den Betrieb einer Produktionsstätte genügend qualifizierte Facharbeiter zur Verfügung.
Durch weitere Verbindungen kam man auf die ungenutzten Hallen in Roffhausen, diese entsprachen weitaus mehr den Vorstellungen des Vorstandes aus Bielefeld und der Vorstand „griff zu“. Die Militärregierung erteilte den Bielfelder Schreibmaschinenwerken am 1. Oktober 1946 die Produktionsgenehmigung. Der Niedersächsische Minister des Inneren teilte im Januar 1948 dem Verwaltungsbezirk Oldenburg unter anderem mit: „Da die Bielefelder Schreibmaschinenwerke für den Umbau der Lagerhallen und für ihre im Auftrage der Militärregierung aufzuziehende Fabrikation insgesamt mehrere Millionen Rentenmark investieren müssen, hat die Militärregierung eine Vermietung auf zehn Jahre genehmigt“.

So wurde der Betrieb noch im Jahre 1946 mit bescheidenen 28 Mitarbeitern gestartet. Im folgenden Jahr waren es bereits 250 und gegen Ende des Jahres erfolgte eine neue Namensgebung auf „Orbis-Schreibmaschinen-Werke“. Unter diesem Namen ist der Betrieb im Volksmund lange bekannt geblieben, man arbeitete bei „Carl Orbis“, obwohl es eine Person dieses Namens wohl nicht gegeben hat. Bereits Mitte des Jahres 1950 kam der bekannte Name „Olympia Werke“ aus der Gründerzeit des Unternehmens wieder zur Verwendung. Der Betrieb wuchs kontinuierlich jährlich um 1.000 bis 2.000 Beschäftigte und erreichte gegen 1957 mit 12.000 Mitarbeitern etwa seinen höchsten Stand. Der Bedarf an Büromaschinen war in der Zeit des Aufschwungs nach dem Krieg besonders groß. In den folgenden Jahren ist die Zahl der Mitarbeiter zunächst durch die Rationalisierung und später durch die technische Entwicklung und die Umstellung auf EDV-Anlagen zurückgegangen.

 

Bild:

Um das Jahr 1975 standen die Olympia-Werke in Roffhausen „in voller Blüte“. Unsere Aufnahme zeigt im Vordergrund das Werksgelände und im Hintergrund den nach dem Kriege gewachsenen neuen Ortsteil Roffhausen. Es führen rechts die Bundesstraße nach Wilhelmshaven und links die Langewerther Landstraße nach Langewerth.